Meine Grippe spricht mit mir

Übergangszeit und Arbeit im Kindergarten: Eine super Möglichkeit, sich eine Grippe einzufangen. Und da war sie auch schon:  3 Wochen krank 😦

Neben den üblichen Symptomen hörte ich plötzlich auf einem Ohr so gut wie nichts mehr.   Das war erst nervig, dann lästig, dann fing ich an mir Sorgen zu machen. Da die Praxis meines Arztes nahe eines schwedischen Einrichtungshauses liegt, ging ich dort noch etwas trinken- o.k. ich konnte auch nichts mehr schmecken oder riechen.

Als ich so in meinem Selbstmitleid dort saß bemerkte ich, dass es mir eigentlich ganz Recht war, von dem Trubel nur die Hälfte mitzukriegen. Ich hatte mich ganz gemütlich in meiner Rückzugssituation eingerichtet. Da kam mir die Idee, meiner Grippe zuzuhören.

Gut, durch einseitiges Hören ist man etwas orientierungslos, man kann die Richtung der Geräusche nicht mehr orten, was auch beim Auto fahren hinderlich ist.  Kein Geschmack, kein Geruch…das macht das Leben recht langweilig.

Dann fiel mir ein, wie ich in den voran gegangenen Wochen im Übermaß herumgeflitzt bin, zu viel gearbeitet habe, ohne eine Pause zu machen oder zu bemerken, dass eine nötig wäre. Es fiel mir auch ein, wie ich mich in einen selbstgebauten Stress herein manövrierte, weil ich nicht rechtzeitig NEIN sagte oder mich ungerecht behandelt fühlte, ohne dass zu klären.

Danke liebe Grippe! Jetzt hab ich´s verstanden. Würde ich selbst auf meine innere Stimme hören, bräuchte mein Ohr mich nicht dazu zu zwingen.  Und sich bei Stress und „Ungerechtigkeit“ zurück zu ziehen und zu schmollen, sich selbst zu isolieren und alles mit sich alleine abzumachen ist der falsche Weg. Denn es führt in Orientierungslosigkeit, wenn man sich vor anderen Menschen abschließt. Gib Dir selbst und dem Anderen die Chance, zu klären und eine neue Sicht zu finden!  Und wenn man zwei Wochen nichts mehr schmeckt, freut man sich, wieder in die Welt zu beißen und alle Sinne wieder nach Aussen zu richten, um in Kontakt zu sein!

Tsss- war ja leicht! 😀  Probiert es mal aus 😉

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